Das Kleingartengesetz und seine Variationen

Das gute alte Kleingartengesetz oder auch Bundeskleingartengesetz regelt bundesweit, was in Kleingartenanlagen wie gebaut werden darf.
Was die Errichtung einer Gartenlaube angeht, ist aber leider nur ein Punkt in ganz Deutschland gleich:
Es dürfen maximal 24 m² umbauter Raum gebaut werden. (Aber sogar da gibt es einige wenige Ausnahmen…)

Was darf man wo bauen?

Als Erweiterung dieser 24 m²-Regel gibt es noch zusätzliche Vorgaben bezüglich erlaubter Dachüberstände, Firsthöhen, Traufhöhen, von außen begehbaren Toiletten- oder Geräteräume usw. In diesen Punkten gibt es leider regionale Unterschiede oder unterschiedliche Interpretationen.
Hier die Variationen dreier Städte kurz zusammengefasst:

Hamburg

  • 24 m² Grundfläche (Wandaußenmaß)
  • Firsthöhe 3,50 m (oft auch 3,60 m)
    oder
  • Pultdach 2,70 m
  • Geräteraum (von innen begehbar)
  • Dachüberstände 60 cm (oft auch 80 cm)
  • Traufhöhe 2,25 m (oft 2,30 m)

Höhenangaben gelten ab Fußbodenoberkante, sofern das Fundament max. 25 cm hoch ist.

Als Traufhöhe gilt hier die unterste
Kante der Dachfläche!

 

Hannover

  • 24 m² Grundfläche (Wandaußenmaß)
  • Firsthöhe 4,20 m
    oder
  • Pultdach 2,70 m
  • Geräte- und Toilettenraum min. 4 m²
    von außen begehbar
  • Dachüberstände 30 cm ringsum
  • Traufhöhe 2,30 m

Höhenangaben gelten ab Fußbodenoberkante, sofern das Fundament max. 25 cm hoch ist.

Als Traufhöhe gilt hier die unterste
Kante der Dachfläche!

 

Berlin

  • 24 m² Grundfläche (Wandaußenmaß)
  • Firsthöhe 3,50 m 
    oder
  • Pultdach 2,60 m
  • Dachüberstände 80 cm
  • Traufhöhe 2,25 m


Höhenangaben gelten ab Fußbodenoberkante, sofern das Fundament max. 25 cm hoch ist.

Je nach Bezirk gilt als Traufhöhe die unterste
Kante der Dachfläche oder die Seitenwandhöhe!

 

Also doch nicht so einheitlich!

Nein, leider nicht. Und Berlin ist sogar der König der Uneinheitlichkeit. Je nachdem, in welchem Bezirk man seinen Kleingarten hat, darf man Haus X mit einer Traufhöhe Y bauen, oder eben nicht. Das ist teilweise sogar innerhalb eines Bezirkes vom jeweiligen Sachbearbeiter abhängig. Viele Bezirke haben irgendwann die „Hamburger-Regelungen“ und Interpretationen übernommen und bis heute beibehalten. In den letzten Jahren hat sich aber ´rumgesprochen, daß die Traufhöhe in der Architektur der Punkt ist, an dem sich Dach und Seitenwand treffen. Also die Seitenwandhöhe! Technisch bedingt liegt dieser Punkt höher, als das Dachbrettende. Das hat leider zur Folge, daß bestimmte Haustypen in einer Stadt oder einem Bezirk innerhalb einer Stadt gebaut werden dürfen, andernorts aber nicht genehmigt werden.

Gibt es Spielraum?

Manchmal. Das hängt ganz vom Menschen am anderen Ende ab. Wenn man Glück hat, stört sich niemand an ein paar wenigen Zentimetern mehr Höhe (das Blockhaus schrumpft ja auch 2-5 Zentimeter durch den Setzungsprozess). In den letzten Jahren sind die Vorstände und Ämter allerdings immer pingeliger geworden, was die ganz genaue Einhaltung der Vorgaben angeht. 2 Quadratzentimeter!!! zuviel, und das Haus kann abgelehnt werden. 1 Zentimeter zu hoch, und … Sie ahnen es. Da Kleingärtner aber zur Zeit eine recht kleine Lobby haben, sind die Vorstände aber geradezu gezwungen, die Vorgaben strikt einzuhalten. Wenn Ihr Wunschhaus also nicht genehmigt wird, bleibt entweder, das Haus passend zu machen, oder – wenn das nicht geht – ein anderes Haus zu wählen.